COVID-19: Massnahmen zur Unterstützung des Kulturbereichs

25. März 2020 -15h00

Angesichts der schwierigen Situation, in der sich die Kulturakteure des Kantons derzeit befinden, ergreift der Staat Freiburg in Zusammenarbeit mit Bund und Gemeinden mehrere unterstützende Massnahmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Verschiebung oder Absage zahlreicher kultureller Aktivitäten und Veranstaltungen abzufedern.

Unterstützung Covid-19
Unterstützung Covid-19 © Tous droits réservés - Nicolas Brodard

Im Kultursektor ist die Existenz zahlreicher kleiner und grosser Kulturunternehmen sowie Kulturinstitutionen durch Absagen oder Verschiebungen bedroht. Der Anteil von Kulturschaffenden, die selbständig erwerbend oder freischaffend sind, und weder über Kurzarbeit abgedeckt noch durch eine Arbeitslosenversicherung abgesichert sind, ist hoch.

Am 18. März kündigte der Staat Freiburg mehrere Hilfsmassnahmen an, mit denen er Subventionen für die angefallenen Kosten und die Verschiebung von Veranstaltungen oder Projekten sowie Massnahmen zur strukturellen Wirtschaftshilfe garantiert. Am 20. März hat der Bundesrat Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus festgelegt. Diese Massnahmen gelten für alle Bereiche und damit auch für den Kultursektor. Darüber hinaus erliess er eine Verordnung, die darauf abzielt, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus auf den Kultursektor durch andere ergänzende Massnahmen abzufedern (COVID-Verordnung Kultur). Diese umfasst Soforthilfen und die Ausfallentschädigung für Kulturunternehmen und Kulturschaffende sowie Finanzhilfen für Kulturvereine im Laienbereich. Der Bund hat für mehrere dieser Massnahmen die Kantone aufgefordert, die Umsetzung auf ihrem Gebiet sicherzustellen, welche Anfang April stattfinden soll. Dies betrifft insbesondere die Ausfallentschädigung durch die Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen oder Projekten.

Nachstehend finden Sie eine Übersicht dieser Massnahmen. Diese Seite wird laufend aktualisiert. Nur die rechtlichen Grundlagen sind massgebend.

Medienmitteilung des Staatsrates vom 18. März zum Betrag von 50 Millionen Franken zur Unterstützung von Wirtschaft, Tourismus, Sport und Kultur

Medienmitteilung des Bundesrates vom 20. März, mit den Verordnungen

I. Soforthilfen

Für gewinnorientierte Kulturunternehmen (z.B. Buchhandlungen, Kinos usw.)

  • Der Bund hat die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet. Nicht nur Angestellte mit unbefristeten, sondern auch mit befristeten und temporären Verträgen sowie Auszubildende haben Anrecht auf Kurzarbeitsentschädigung. Diese Massnahme ist Teil der Verordnung COVID-19 vom 20. März 2020. Informationen zur Kurzarbeitsentschädigung sind auf der Website des Amts für den Arbeitsmarkt AMA zu finden, welche auch auf die Website des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO und die offiziellen Formulare verweist. Das AMA hat eine Hotline Kurzarbeit eingerichtet, an die Sie sich wenden können.
  • Im Falle einer fehlenden Liquidität bietet der Staat Freiburg Bürgschaften für Darlehen an. Die Volkswirtschaftsdirektion VWD hat eine Hotline Darlehen und Bürgschaften eingerichtet, an die Sie sich wenden können.

Für nicht gewinnorientierte Kulturunternehmen (juristische Personen wie Vereine, Stiftungen, Kompanien usw.)

  • Der Bund hat die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet. Nicht nur Angestellte mit unbefristeten, sondern auch mit befristeten und temporären Verträgen sowie Auszubildende haben Anrecht auf Kurzarbeitsentschädigung. Diese Massnahme ist Teil der Verordnung COVID-19 vom 20. März 2020. Informationen zur Kurzarbeitsentschädigung sind auf der Website des Amts für den Arbeitsmarkt AMA zu finden, welche auch auf die Website des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO und die offiziellen Formulare verweist. Das AMA hat eine Hotline Kurzarbeit eingerichtet, an die Sie sich wenden können.
  • Im Falle einer fehlenden Liquidität erhalten sie mit Bundesgarantie eine Soforthilfe in Form rückzahlbarer zinsloser Darlehen (maximal 30 Prozent der Erträge gemäss der letzten revidierten Jahresrechnung). Von den Erträgen werden Subventionen der öffentlichen Hand abgezogen. Die Umsetzung ist im Gange (Anfang April).

Für unabhängige Kulturschaffende (natürliche Personen)

  • Im Falle der Einstellung ihrer Tätigkeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie können unabhängige Kulturschaffende sich an ihre Ausgleichskasse (entweder an die Kantonale Sozialversicherungsanstalt KSVA oder eine andere unabhängige Anstalt, von der sie Abrechnungen für Sozialabgaben erhalten) wenden, um eine Erwerbsausfallentschädigungen zu beantragen.
  • Gemäss der COVID-Verordnung können Anträge auf Soforthilfen ansonsten an den Verein Suisseculture Sociale gerichtet werden. Die Umsetzung ist im Gange (Anfang April).
II. Ausfallentschädigungen

Wichtig:

In einem ersten Schritt ist es unerlässlich, dass alle Kulturinstitutionen und Kulturschaffende die oben erwähnten Soforthilfen in Anspruch nehmen. Die Ausfallentschädigung wird in einem zweiten Schritt nur subsidiär erfolgen.

Zugesicherte Subventionen

  • Die kantonalen Subventionen und Finanzhilfen, die den Organisatoren von abgesagten Veranstaltungen infolge der Pandemie zugesagt wurden, werden gewährt, sofern sie sich auf Kosten beziehen, die bereits bezahlt worden sind oder noch bezahlt werden sollten. Wird eine Veranstaltung verschoben, so werden die zugesagten Beträge für den neuen Veranstaltungstermin beibehalten sowie allfällige mit dieser Verschiebung verbundenen Kosten berücksichtigt. Diese Grundsätze gelten auch für Verträge zwischen den Organisatoren und Kunstschaffenden oder freischaffenden Personen, die für diese Veranstaltungen und Produktionen beschäftigt werden, ungeachtet dessen, ob letztere bereits Soforthilfen (Erwerbsausfall oder Kurzarbeit, siehe oben) beantragt haben.
  • Bei abgesagten Veranstaltungen oder wesentlichen Änderungen an ihrem Projekt werden die Organisatoren, die Subventionen erhalten, gebeten, sich per E-Mail beim Amt für Kultur des Staates Freiburg (fribourg-culture@fr.ch) zu melden. Informationen betreffend die Einreichung ihrer Abrechnung im Rahmen der Entschädigungsforderung folgt zu einem späteren Zeitpunkt (voraussichtlich Anfang April).
  • Die Loterie Romande, die Agglomeration Freiburg sowie die Stadt Freiburg haben die Auszahlung zugesprochener Subventionen an Organisatoren, die ihre Veranstaltungen verschieben oder absagen müssen, ebenfalls zugesichert.

Für Kulturunternehmen und Kulturschaffende

  • Die COVID-Verordnung des Bundes sieht vor, dass Kulturunternehmen und Kulturschaffende auf Anfrage Finanzhilfen für finanzielle Verluste erhalten, die durch die Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen und Projekten oder durch die Schliessung des Unternehmens entstehen, insofern diese Verluste durch die Massnahmen der Behörden zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie verursacht wurden. Die Entschädigung deckt maximal 80% der finanziellen Verluste. Wichtig: Die Soforthilfen für Kulturunternehmen und Kulturschaffende werden der Entschädigung für finanzielle Verluste angerechnet. Mögliche Gewinnausfälle werden nicht entschädigt.
  • Anfragen sind an das Amt für Kultur des Staates Freiburg zu richten. Die Modalitäten zu Anfragen und Vergaben werden in Kürze festgelegt (Anfang April).

Für Kulturvereine im Laienbereich tätig in den Sparten Musik, Gesang, Theater

  • Diese Vereine können bei den nationalen Dachverbänden eine Finanzhilfe zur Entschädigung der Kosten für die Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen beantragen, bis zu einem Höchstbetrag von 10'000 CHF pro Kulturverein. Die Umsetzung ist im Gange (Anfang April).

Dieses erste Massnahmenpaket kann je nach Entwicklung der Situation ergänzt werden.

Diese Website wird regelmässig aktualisiert.

Auskunft: fribourg-culture@fr.ch


Facebook Spezial-Live-Chat zu COVID-19

Das Amt für Kultur wird Ihre Fragen in einem ersten Facebook Spezial-Live-Chat am Montag, den 30. März um 14 Uhr beantworten. Genauere Einzelheiten finden Sie auf unserer Facebook-Seite.


Umfrage

Um die Bedürfnisse der Kulturschaffenden des Kantons zu den Auswirkungen der Pandemie zu erfassen, führt das Amt für Kultur des Staates Freiburg bei den betroffenen Institutionen, Vereinen und Kulturschaffenden eine Umfrage durch. Für Ihre Teilnahme danken wir Ihnen bereits im Voraus !!

Ähnliche News