1. Welches sind laut diesem Film die Kriterien, die wir in unserer Gesellschaft am meisten benutzen, um Personen einzuordnen?
Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Gesellschaftsschicht (sieh dir die Antwort auf Frage 8 an, um zu verstehen, worum es geht).
2. Nennen Sie die Kategorien, die sich aus dem Kriterium «Geschlecht» ergeben.
Kriterium Geschlecht: Kategorie Frauen und Kategorie Männer. Manche Menschen erkennen sich in diesen Kategorien nicht wieder und bezeichnen sich als non-binär, trans, queer usw.
3. Welche anderen Kategorien nutzen Sie gewöhnlich unter Studierenden oder Lernenden, um Menschen einzuordnen?
Zum Beispiel: Nationalität, sexuelle Orientierung, Beruf, bevorzugte Musik, Kleidungsstil.
4. Würde es Ihnen gefallen, auf eine Etikette reduziert zu werden? Weshalb?
Ihre persönliche Antwort. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Mechanismus der Reduktion die Realität verfälscht, weil jede Identität vielfältig ist. Identität setzt sich aus vielen verschiedenen Elementen wie Geschlecht, Nationalität, Herkunftsort, Religion, Musikgeschmack und Persönlichkeitsmerkmalen zusammen. Ausserdem verändert sich unsere Identität und entwickelt sich im Lauf unseres Lebens aufgrund von Begegnungen, Entscheidungen usw.
5. Geben Sie ein anderes Beispiel für ein Stereotyp (positiv oder negativ).
Es gibt zahlreiche Stereotype. Hier einige Beispiele: Portugiesen führen den Haushalt gut, Asiaten sind intelligent, Schweizer sind immer pünktlich.
6. Nennen Sie ein Vorurteil, das Sie kennen, und das Gefühl, das es gegenüber den betroffenen Personen auslöst.
Es gibt zahlreiche Stereotype. Hier einige Beispiele: Die Araber/innen sind Diebe (Furcht, Misstrauen); Die Afrikaner/innen sind faul (Verachtung, Wut); Wenn meine ausländischen Nachbarn kochen, stinkt es (Abscheu).
7. Der Film «Der Kategorienzylinder» endet mit dem Begriff der «gesellschaftlichen Machtverhältnisse». Wie würden Sie erklären, worum es dabei geht?
Nicht alle Gesellschaften entwickeln dieselben Personenkategorien und hierarchisieren auf dieselbe Weise. Dies hängt vom politischen, sozialen, historischen und geografischen Kontext ab. Doch unabhängig von den hierarchisch geordneten Kategorien ist die privilegierte Gruppe immer «dominant». Sie geniesst ihre Privilegien auf Kosten der anderen Gruppen, die «dominiert» wird.
In unserer Gesellschaft gibt es verschiedene Arten von gesellschaftlichen Machtverhältnissen, die auch Herrschaftsverhältnisse genannt werden:
- «Rassen»-Verhältnisse (weisse/schwarze/asiatische usw. Personen): Zum Beispiel muss in der Schweiz eine schwarze Person mit den gleichen Kompetenzen wie eine weisse Person noch heute mehr Bewerbungen verschicken, um eine Stelle zu bekommen.
- Geschlechterverhältnisse (Mann/Frau / non-binäre, transsexuelle, queere Person): Zum Beispiel werden in der Schweiz Stellen, die mehrheitlich von Männern besetzt sind, noch heute besser bezahlt als solche, die mehrheitlich von Frauen besetzt sind.
– Klassenverhältnisse (Ober-/Mittel-/Unterschicht): Die Gesellschaftsklasse der Oberschicht übt ihre Macht über die Mittel- und Unterschicht aus, indem sie sich sowohl dank ihnen als auch auf ihre Kosten bereichert. So können wirtschaftlich privilegierte Personen zum Beispiel Wohnungen kaufen und sie an Personen vermieten, die nicht über die Mittel verfügen, Wohneigentum zu erwerben.
Im Film ist von «Bobos» die Rede, einer Kategorie, die erst in jüngerer Zeit erfunden wurde. Der Begriff bedeutet «bourgeois-bohèmes» und bezeichnet linksbürgerliche Menschen, die zur Mittelschicht gehören, Geld und eine höhere Ausbildung haben und politisch linke Ideen vertreten.
Es gibt auch Machtverhältnisse aufgrund des Alters, der sexuellen Orientierung oder einer Beeinträchtigung.
Es ist möglich, dass eine Person in manchen Situationen zur «dominanten» und in anderen Situationen zur «dominierten» Gruppe gehört. Beispiel: In der Schweiz gehört ein weisser Mann der Unterschicht aufgrund seiner «Rasse» (er ist weiss) und seines Geschlechts (er ist ein Mann) zur «dominanten» Gruppe. Aufgrund seiner sozialen Schicht (Unterschicht) gehört er jedoch zur «dominierten» Gruppe, weil er auf der sozialen Leiter weiter unten steht als andere. Wenn ein und dieselbe Person verschiedene Formen von Herrschaft erfährt (z. B. eine schwarze Frau aus der Unterschicht), treffen die Herrschaftsverhältnisse aufeinander und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Fall spricht man von Mehrfachdiskriminierung oder Intersektionalität.